In der Nacht von Sonntag auf Gestern
00:30Uhr Ich trinke vorsorglich einen Schlaf- und Nerventee, gehe meiner allabendlichen Pflegeroutine nach und lese ein weiteres Kapitel in Jane Austins 'Pride and Prejudice'. Müde bin ich zwar nicht, aber ich lege mich trotzdem in mein Bett. Inzwischen ist eine halbe Stunde vergangen und in fünf Stunden muss ich immerhin wieder aufstehen.
01:38Uhr Ich drehe mich im Bett herum und hänge gezwungenermaßen meinen Gedanken nach. Jetzt, wo alles dunkel und still ist, kann ich ihnen nicht mehr entkommen: Sie sind laut, sie schreien förmlich, überschlagen sich und treiben mich regelrecht in den Wahnsinn, denn es sind immer wieder dieselben Gedanken, Hoffnungen und Ängste, die mich beschäftigen. Zu Ergebnissen komme ich nicht, ich drehe mich immer und immer wieder im Kreis.
02:14Uhr Spätestens jetzt schleicht sich eine leichte Panik vor dem nächsten Tag an. In dreieinhalb Stunden wird der Wecker los gehen und ich frage mich, wie ich durch den Tag kommen soll, wie ich den ätzenden Schulaltag überstehen soll.
03:20Uhr Ich habe mich damit arrangiert, dass ich diese Nacht wohl nicht mehr schlafen werde, begebe mich in die Küche, wo ich mir einen weiteren Schlaf- und Nerventee koche, plündere den Kühlschrank, klicke mich durch verschiedene Tumblr Blogs und mache aus Langeweile dämliche Psychotests mit noch dämlicheren Ergebnissen.
04:05Uhr Auch die Tests halten mich nicht mehr bei Laune und es sind nicht mal mehr zwei Stunden! In der Hoffnung, dass sich auf Grund des Schlaf- und Nerventees Nummer zwei ein Placebo-Effekt einstellt, lege ich mich wieder in mein Bett.
05:45Uhr Der Wecker klingelt - ich hätte ihn nicht gebraucht. Es kostet mich wahnsinnige Überwindung aufzustehen. Alles in mir sträubt sich dagegen, am liebsten würde ich für immer in meinem warmen Bett liegen bleiben. Der erste Blick in den Spiegel bestätigt mir, dass ich das auch besser getan hätte. Meine Augen sind klein und brennen und ich bin dem Erfinder von Concealer aufrichtig dankbar. Nachdem ich das 'Schminkprozedere' (meistens benannter Concealer und Wimperntusche) hinter mich gebracht, geduscht, mein Müsli gegessen, meinen Tee getrunken habe und nur das aller nötigste (Essen!) in meine Tasche gestopft habe, renne ich zur Bushaltestelle und hoffe insgeheim, dass ich den Bus nicht mehr bekomme.
In der Nacht von Gestern auf Heute
03:11Uhr Ich beende meinen ersten persönlicheren Post, der mir normalerweise viel zu persönlich gewesen wäre und hoffe, dass mir diese Nacht noch ein bisschen Schlaf gegönnt ist und dass es euch nicht so geht wie mir. Falls das doch der Fall sein sollte, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet.
Bild via tumblr